Erschließung eines Baugebietes in Rethmar

Deutschland, Rethmar

Auftraggeber

Stadtwerke Sehnde GmbH

Projektumfang

Neubau Schmutz- und Regenwasserkanal, Rückhaltebecken, Verkehrsanlagen einschließlich Kreisverkehr

Ingenieurleistungen

Objektplanung Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen Leistungsphasen 1-9, örtliche Bauüberwachung, Ablöseberechnung

Kompetenzfelder

Erschließung und Revitalisierung

Westlich des Ortskerns von Rethmar wurde auf einer zuvor landwirtschaftlich genutzten, unbebauten Fläche ein neues Wohngebiet mit rund 150 Grundstücken und etwa 200 Wohneinheiten entwickelt. Im Rahmen einer vorgeschalteten Machbarkeitsuntersuchung überprüften wir zunächst das im städtebaulichen Entwurf vorgesehene Erschließungs- und Entwässerungskonzept und optimierten dieses hinsichtlich Funktionalität und Wirtschaftlichkeit.

Die Schmutzwasserentsorgung innerhalb des Baugebietes erfolgt über eine Freispiegelkanalisation mit Nennweiten von DN 200 bis DN 300 und einer Gesamtlänge von rund 2.380 Metern. Insgesamt wurden 136 Hausanschlüsse einschließlich Revisionsschächten hergestellt. Zum Einsatz kam ein durchgängig verschweißtes Rohrsystem aus PEHD (SDR 17,6) sowie PEHD-Schächte, wodurch eine hohe Dichtigkeit und Langlebigkeit des Systems gewährleistet wird.

Für die Regenwasserableitung wurde eine separate Kanalisation mit einer Gesamtlänge von etwa 2.650 Metern und Nennweiten von DN 300 bis DN 1000 realisiert. Hierbei wurden Stahlbetonrohre verwendet. Neben dem Neubaugebiet wird über dieses System auch das Niederschlagswasser angrenzender Bestandsflächen mit einer Größe von rund 20 Hektar abgeführt. Zur Rückhaltung und gedrosselten Ableitung des Regenwassers wurden zwei naturnah gestaltete Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 660 m³ und 2.670 m³ hergestellt.

Die verkehrliche Erschließung erfolgt über eine zentrale Sammelstraße in Nord-Süd-Richtung, von der aus die einzelnen Ringstraßen angebunden sind. Das gesamte Wohngebiet ist als Tempo-30-Zone mit Rechts-vor-Links-Regelung konzipiert und überwiegend auf Anliegerverkehr ausgelegt. Die Wohnstraßen wurden als Mischflächen gestaltet, auf denen sich Kfz-Verkehr, Radfahrer und Fußgänger gleichberechtigt bewegen und die zugleich Aufenthaltsqualität bieten. Entlang der Sammelstraße wurde ein separater Gehweg angeordnet, während die Parkstände einseitig und durch Baumstandorte gegliedert mit leichten Verschwenkungen ausgebildet sind.

Zunächst wurden sämtliche Verkehrsflächen als Baustraßen mit Asphalttragdeckschicht hergestellt. Der endgültige Straßenausbau erfolgte anschließend abschnittsweise. Die Anbindung des Baugebietes an das übergeordnete Verkehrsnetz erfolgt über die Bundesstraße B65. Zur leistungsfähigen und sicheren Verkehrsführung wurde am Knotenpunkt ein Kreisverkehrsplatz errichtet, wodurch Wartezeiten reduziert und Verkehrsströme effizient gelenkt werden. Sämtliche Querungsstellen wurden barrierefrei ausgebildet und gewährleisten eine sichere Nutzung für Fußgänger und Radfahrer.