Ausbau der Jakobistraße in Hildesheim

Deutschland, Hildesheim

Auftraggeber

Stadt Hildesheim

Projektumfang

Objektplanung, Technische Ausrüstung, Leitungskoordinierung, Kostenteilungsberechnung nach NKAG

Ingenieurleistungen

Leistungsphasen 1–6

Kompetenzfelder

Verkehrsanlagen

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Stadt Hildesheim beabsichtigte, die Jakobistraße auf ihrer gesamten Länge entsprechend der zukünftigen Verkehrsnachfrage und den Anforderungen der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer umzugestalten. Anlass für die Planung war die zuvor durchgeführte Erneuerung der Kanalisation und die damit verbundenen Eingriffe in den Straßenraum.
Im Zuge des Ausbaus wurde die bestehende, für eine Einbahnstraße überbreite Fahrbahn auf die erforderliche Breite reduziert und entsprechend den geltenden Regelwerken neu geordnet. Die Jakobistraße wird weiterhin als Einbahnstraße in Richtung Osterstraße geführt. Der Radverkehr wird auf der nördlichen Seite gesichert entgegen der Einbahnrichtung in Richtung Fußgängerzone geführt.

Der Straßenraum wurde zugunsten einer klaren Aufteilung der Verkehrs- und Aufenthaltsbereiche neu gestaltet. Auf der Nordseite wurde ein durchgehend befestigter Gehbereich mit einer nutzbaren Breite von ca. 1,80 m vorgesehen. Daran schließt sich eine ca. 2,00 m breite Fläche für Begrünung und Aufenthalt an. Auf der Südseite wurden neben dem Gehbereich Flächen für Längsparken sowie für den Liefer- und Ladeverkehr angeordnet. Die verbleibende Fahrgasse weist eine Breite von ca. 5,50 m auf.
Vor dem Eingang zum Rathaus wurden drei barrierefreie Stellplätze für Menschen mit Behinderungen sowie eine Fahrradabstellanlage hergestellt. Der ruhende Verkehr wurde insgesamt neu geordnet. Ergänzend wurden Flächen für E-Ladesäulen und Stellplätze für Car-Sharing-Angebote auf der Nordseite der Jakobistraße berücksichtigt.

Die Querungsbereiche an den einmündenden Straßen wurden barrierefrei ausgebildet. Hierzu wurden die Gehwege längs der Jakobistraße über die Einmündungen hinweg mittels Aufpflasterungen geführt und mit taktilen Leitelementen sowie entsprechenden Querungsbereichen ausgestattet.
Der Regelquerschnitt wurde unter Berücksichtigung des zuvor erneuerten Mischwasser-Hauptkanals entwickelt. Die Lage der Kontrollschächte des Kanals bestimmte dabei unter anderem die Anordnung der südlichen Bordanlage zwischen Fahrbahn und Seitenraum.

Die Straßenentwässerung erfolgt über Bord- und Muldenrinnen sowie Straßenabläufe mit Anschluss an den bestehenden Mischwasser-Hauptkanal. Die Fahrgasse und der südliche Seitenraum werden unmittelbar in das vorhandene Entwässerungssystem eingeleitet.
Im nördlichen Seitenraum wird ein Teil des anfallenden Oberflächenwassers zur Bewässerung und Versickerung über die neu angeordneten Baumscheiben genutzt. Die Baumscheiben sind höhengleich an den Gehweg angeschlossen und werden über das entsprechend ausgebildete Quergefälle des Gehweges mit Oberflächenwasser beaufschlagt. Unterhalb jeder Baumscheibe wurde ein Baumquartier mit mindestens 9 m³ Baumsubstrat hergestellt. Dieses dient neben der Sicherstellung geeigneter Wachstumsbedingungen für die Bäume zugleich als Speicherraum für das anfallende Oberflächenwasser.

Die Baumscheiben wurden muldenartig ausgebildet und mit einem Überlauf in das Baumsubstrat versehen. Für den Überlastungsfall ist am jeweils tieferliegenden Ende der Baumscheibe ein Straßenablauf mit Anschluss an den Mischwassersammler angeordnet. Die Bewässerung der Baumquartiere und die Notentwässerung wurden dabei konstruktiv voneinander getrennt.