Umbau des Straßenzuges "An der Universität" in Garbsen
Deutschland, Garbsen
Auftraggeber
Stadt Garbsen
Projektumfang
Konzeptionelle gestalterischer Entwurf der Gesamtanlage Umbau der Verkehrsanlagen
Ingenieurleistungen
Objektplanung Verkehrsablagen und Ingenieurbauwerke Leistungsphasen 1-9, örtliche Bauüberwachung
Kompetenzfelder
Verkehrsanlagen
Die Stadt Garbsen ist seit 2019 Universitätsstandort. Im Zuge der Entwicklung des Campus Maschinenbau errichtete das Land Niedersachsen eine neue Maschinenbaufakultät, deren Keimzelle das Produktionstechnische Zentrum Hannover (PZH) an der Verbindungsstraße von der B6 im Stadtteil „Auf der Horst“ südlich der Autobahn A2 bildet.
Die bestehende Tangente verläuft nun mitten durch den Campusbereich, wodurch sich der Charakter der Straße grundlegend verändert: Aus einer anbaufreien Strecke mit einseitigem Radweg wird eine innerörtliche Hauptverkehrsstraße mit erhöhtem Querungsbedarf. Eine spürbare Entlastung des Individualverkehrs ist nicht vorgesehen. Die Verkehrsentwicklungsplanung weist eine Verkehrsbelastung von rund 12.000 bis 15.000 Fahrzeugen pro Tag aus. Ergänzend wird der Abschnitt durch eine neue Buslinie zur Anbindung an die Stadtbahnlinie 4 erschlossen.
Der Umbau des Straßenzuges erstreckt sich über eine Länge von etwa 400 Metern und umfasst zwei Knotenpunkte. Bei unveränderter Trassierung wurden beidseitig Geh- und Radwege sowie barrierefreie Bushaltestellen ergänzt. Die planerische Besonderheit lag in der deutlichen Veränderung des Straßencharakters innerhalb des Abschnitts: Während der Verkehrsteilnehmer aus beiden Richtungen zunächst eine anbaufreie, mit Tempo 50 beschilderte Straße befährt, trifft er unvermittelt auf einen etwa 80 Meter langen Bereich mit stark erhöhtem Querungsbedarf, in dem täglich bis zu 5.000 Studierende zwischen Bushaltestellen, Hörsälen und Mensa queren.
Zur Verdeutlichung dieses Charakterwechsels wurden die beiden angrenzenden Knotenpunkte zu Kreisverkehren umgestaltet. Zwischen diesen Knotenpunkten entstand mit dem sogenannten Campus-Platz eine zentrale Querungs- und Aufenthaltsfläche von rund 80 Metern Länge, die aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangen ist. In diesem Bereich wurde bewusst auf eine weichere Separation der Verkehrsflächen gesetzt, um den besonderen Querungsbedarf erkennbar zu machen, wobei das grundsätzliche Trennungsprinzip weiterhin erhalten bleibt.
Gestalterisch wurde der Campus-Platz durch die Verwendung großformatiger Pflasterplatten betont, während die angrenzenden Fahrbahnen in einer eingefärbten Betondecke ausgeführt wurden. Die Fahrbahn wird in diesem Abschnitt auf das Platzniveau angehoben und durch eine großzügig ausgebildete Mittelinsel gegliedert. Das Freiraumkonzept unterstützt diesen bewussten städtebaulichen Bruch zusätzlich durch eine platzorientierte Anordnung von Bäumen, Leuchten und Ausstattungselementen und stärkt so die Funktion als zentraler Campusbereich.