Neubau des Hochbehälters Jacobsberg

Deutschland, Flechtingen

Auftraggeber

Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH

Projektumfang

Rohrleitungsverlegung Zu- und Ablaufleitung DN 200 beginnend am Anschlusspunkt über ca. 1,0 km, Erstellung Mess- und Steuerungskonzept, Erstellung Baugrube am Hochbehälterstandort, Ausführung Bauhülle - Schalung, Bewehrung, Betonage Hochbehälter und Schieberkammer, Erstellung Stahlrohrantenne zur Datenfunkübertragung, Ausrüstung des Bauwerkes (baulich, wasser-, steuerungs- und elektrotechnisch), Einbau Druckerhöhungsanlage, Ausführung Restverlegung, Verrohrung und Verkabelung am Hochbehälterstandort, Gestaltung Umfeld (Zuwegung, Einzäunung, Versickerungsbecken für Entleerung).

Ingenieurleistungen

Ingenieurbauwerke Leistungsphase 1 bis 8 Tragwerksplanung Leistungsphase 1 bis 6

Kompetenzfelder

Wasserversorgung

Wegen qualitativer Probleme bei der Rohwassergewinnung in Flechtingen sowie des baulichen Zustands der vorhandenen Anlagen (Wasserwerk und Hochbehälter) wurde die Wasseraufbereitung am Standort eingestellt und die Versorgung vollständig auf eine Einspeisung aus Haldensleben umgestellt. Auf Grundlage einer Standortuntersuchung (Versorgungsstudie) wurde der Neubau eines Hochbehälters als Durchlaufbehälter im Zulauf des Versorgungsgebietes einschließlich Druckerhöhung beschlossen, der die bestehenden Altanlagen ersetzt.

Die Erschließung des Standortes umfasste nach Waldumwandlung die Herstellung der Zufahrt sowie die Verlegung der Zu- und Ableitungen und des Elektroanschlusses. Errichtet wurden zwei erdüberdeckte, runde Wasserbehälter mit jeweils 11 m Durchmesser und einem Volumen von je 300 m³ sowie eine dazwischenliegende, begehbare rechteckige Schieberkammer. In dieser sind sämtliche Zu- und Ablauffunktionen einschließlich der Druckerhöhungstechnik integriert.

Die geometrischen Randbedingungen mit einer variablen Füllhöhe von bis zu ca. 3,2 m und einer lichten Behälterhöhe von 3,5 bis 3,7 m erforderten eine zusätzliche statische Aussteifung der Deckenkonstruktionen durch Stützen mit Abständen von unter 5 m. Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsebenen zwischen Schieberkammer und Gelände ergab sich eine Höhendifferenz von 1,68 m, die über Treppenanlagen überwunden wird. Die Schieberkammer erhielt dadurch eine Gesamtlänge von ca. 6,5 m.

Eine durchgehende Basisbühne über die gesamte Kammerlänge (ca. 8,0 m) wurde als selbsttragende Stahlkonstruktion aus verbundenen Doppel-T-Trägern ausgeführt. Die Begehbarkeit der Behälter wird über druckdichte Edelstahltüren (Werkstoff 1.4571) sichergestellt.

Die technische Ausstattung umfasst sämtliche Rohrleitungen für Zulauf, Ablauf, Überlauf und Entleerung, die Integration der Druckerhöhungsanlage, Be- und Entlüftungseinrichtungen sowie druckwasserdichte Wanddurchführungen. Ergänzend wurden Durchflussmessungen im Zu- und Ablauf mit digitaler Erfassung sowie eine hydrostatische Füllstandsmessung in beiden Behältern installiert und in die übergeordnete Steuerung eingebunden.

Die Außenanlagen beinhalten die über Treppen zugängliche Erdüberdeckung der Behälter, Zufahrts- und Stellflächen sowie ein Versickerungsbecken zur kontrollierten Entleerung der Anlage.