Abwassertransport­­leitung Laucha - Karsdorf

Deutschland, Freyburg (Unstrut)

Auftraggeber

Wasser- und Abwasserverband Saale-Unstrut-Finne

Projektumfang

1.450 m DA 160 Einzug in DA 355 6.000 m DA 160 1.000 m DA 250 1.000 m DA 315 2.000 m DA 355 7 Pumpwerksumbauten 1 Pumpwerksneubau

Ingenieurleistungen

Objektplanung: Leistungsphasen 1-8 Tragwerksplanung: Leistungsphasen 1-6 Technische Ausrüstung: Leistungsphasen 1-8 M-Technik + E-MSR-Technik

Kompetenzfelder

Abwasserbehandlung , Elektro- und Energietechnik

Aufgrund signifikanter hydraulischer Veränderungen im Abwasseraufkommen des Einzugsgebietes der Kläranlage Laucha, insbesondere infolge des Wegfalls abwasserintensiver Produktionsbetriebe, wurde im Rahmen einer umfassenden Studie die Stilllegung der Kläranlage Laucha und die Überleitung der Abwässer zur Kläranlage Karsdorf als wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung ermittelt.

In diesem Zusammenhang wurde das bestehende Abwasserfördersystem grundlegend umgestellt: Das bislang betriebene Druckluftfördersystem wurde im laufenden Betrieb durch ein modernes hydraulisches Fördersystem ersetzt.

Für die Umsetzung der Maßnahme wurde ein neues Hauptpumpwerk errichtet sowie sieben bestehende Pumpwerke umfassend saniert und sowohl maschinentechnisch als auch in der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik auf die hydraulische Förderung umgerüstet. Im Bereich der Abwasserdruckrohrleitungen wurden abschnittsweise neue Leitungen in vorhandene Trassen eingezogen. Darüber hinaus wurden auf einer Gesamtlänge von rund 10 Kilometern neue Druckrohrleitungen in den Dimensionen DA 160 bis DA 355 verlegt, sowohl im HDD-Verfahren als auch in offener Bauweise.

Das neue Transportsystem wurde parallel zum bestehenden System aufgebaut, um eine durchgängige Betriebssicherheit während der Bauphase zu gewährleisten. In regelmäßigen Abständen von etwa 500 Metern wurden Streckenschächte integriert, die eine Wartung und Kontrolle der Leitungen ermöglichen.
Besondere Anforderungen ergaben sich aus der Lage der Trasse, die in weiten Teilen durch das Überflutungsgebiet der Unstrut sowie durch ein Natura-2000-Schutzgebiet verläuft. Entsprechend wurden Planung und Ausführung unter Berücksichtigung hoher umweltfachlicher und wasserwirtschaftlicher Auflagen realisiert.

Die sukzessive Umschaltung der einzelnen Pumpwerke erfolgte parallel zur Stilllegung der bestehenden Abwassertransportleitungen. Das Gesamtsystem wurde im Zeitraum von Februar bis Mai 2023 schrittweise in Betrieb genommen. Mit Abschluss der Maßnahme konnte die Kläranlage Laucha außer Betrieb genommen und die Abwasserbehandlung zentral in der Kläranlage Karsdorf gebündelt werden.